Rezensionen

Posted

Rezensionen

Natalie Hofer

Das ZiMT  habe ich kennengelernt, als es noch in Baden war. Ich wollte meinen damals einjährigen Sohn in die Welt der Musik einführen, ihm mit möglichst einfachen Mitteln ein Gespür für Rhythmus und Musik vermitteln und gleichzeitig seine motorische Entwicklung  fördern. Trommeln ist wohl der einfachste Zugang, in die Welt der Klänge einzutauchen. Beim Eltern-Kind-Trommeln und stellte ich fest, dass Gabriel Spaß und Talent hat. Das Trommeln gefiel auch mir sehr gut und der Schwingungsraum des rhythmischen Klanges belebte mich gesundheitlich. Beim offenen Trommelkreis mit Ruth erlebte ich völlig neue, mir unbekannte Dimensionen der Entspannung, des Aufgehoben- und Getragenseins – ein bisher nicht für möglich gehaltenes Eintauchen in die Gegenwart – ein Sein im Hier und Jetzt – der Kopf total frei. Und danach heiter- euphorisch-energetisch aufgeladene, gelassene Begeisterung. Das war 2007 – ich war gerade 30 Jahre alt, hatte einen 1,5jährigen Sohn, ein abgebrochenes Studium, wohnte mit meinem Lebensgefährten und meinem Sohn in einer kleinen Wohnung. Ich litt vor meiner Schwangerschaft an einer schweren Depression, ausgelöst durch den Tod meines Vater. Aus diesem Grund hatte ich auch mein Studium abgebrochen und war  dabei, mich neu zu orientieren. 2008 begann ich eine Ausbildung als Lebens- und Sozialberaterin. In dieser Zeit zog es mich immer wieder zu den Trommelabenden von Ruth, ich nahm aber eher sporadisch daran teil. Ruth hatte mich damals  zu ihrer Abschlussprüfung zur Rhythmuspädagogin und Therapeutin eingeladen. Es war mir eine Ehre und Freude daran teilzunehmen und mir gefiel von Anfang an der familiäre, freundschaftliche und wertschätzende Umgang und die entspannte Atmosphäre. Ich glaube, dass diese besondere  Energie im ZiMT etwas ganz Besonderes ist in unserer heutigen, schnelllebigen Zeit, in der oft ein rauer Ton herrscht. Genau das macht es aus, warum ich so gerne ins ZiMT komme – hier herrscht ein feinfühliger, wertschätzender Umgang, hier kann ich ankommen, sein wie ich bin, nicht perfekt und trotzdem liebenswert, angenommen mit allen Fehlern und Macken, darf mein eigenes Tempo, mein Temperament und meine Dynamik mitbringen, werde gesehen und gehört, denn genau das braucht es, um zu lernen, auch andere zu sehen und zu hören – so wie sie sind, mit allen ihren Eigenheiten. Hier sind Begegnungen möglich, die du sonst nicht findest, hier kannst du sein, atmen, fühlen und aufatmen, und wenn du es nicht glaubst, komm her und überzeuge dich selbst davon. Ich komme so gerne ins ZiMT, weil ich, sobald meine Handflächen das Fell der Trommel berühren, den Duft des Räucherns inhaliere, meine Ohren die Klänge der Trommeln wahrnehmen und alle meine Körperzellen wissen, dass sie durch die Schwingungen in den Prozess der Selbstheilung gelangen, der Verstand ruhig wird, dann fühlt es sich an wie nach Hause kommen. Es ist ein Zustand, bei dem die Seele weiß, dass sie angekommen ist. Jetzt fällte der gesamte Druck von mir ab, all der Ärger, der Stress, die Sorgen, das alles bleibt draußen, denn jetzt weiß ich, ich bin jetzt nur für mich da, für meinen Körper, meine Seele, meinen Geist – das ist wie eine Verjüngungskur, Urlaub für die Seele – völliges Eintauchen ins Hier und Jetzt – durch die Schwingung entsteht ein Verbundenheits- und Einheitsgefühl, das mit nichts zu vergleichen ist. Teil einer Trommelgruppe zu sein wird für mich zum Lebenselexier – ich komme dadurch in einen Zustand der Gelassenheit, werde ausgeglichener und zufriedener. Ich kann dadurch den Menschen in meiner Umgebung mit Wohlwollen, Wertschätzung und Achtsamkeit begegnen. Von 2008  bis 2010 stürzte ich mich voll in meine Ausbildung zur Lebensberaterin und löste im Zuge meiner intensiven Selbsterfahrung eine Krise nach der anderen aus. Schließlich kam es dann zur Trennung von meinem damaligen Lebensgefährten. Meine emotionalen Berg- und Talfahrten führten dazu, dass ich ein unbeständiges Leben mit einigen stationären Krankenhausaufenthalten führte. Daher konnte ich auch beruflich nicht richtig Fuß fassen. Ich bekam dann die Gelegenheit eine Ausbildung als Trainerin in der Erwachsenenbildung zu absolvieren. Ich lebte zu dieser Zeit mit einem alleinerziehenden Vater von drei Kindern zusammen. Mein Leben war also sehr abwechslungsreich und stand ohne geregeltes Einkommen da. Zum Glück fand ich immer Jobs in der Gastronomie, um mich einigermaßen über Wasser zu halten. In dieser Zeit traf ich Ruth zufällig bei einer Gesundheitsmesse, wo sie einen Trommelworkshop leitete. Ich kam dazu und merkte wieder, wie gerne ich trommelte und Ruth bot mir an, ich könnte die Ausbildung bei ihr starten und im Gegenzug meine Stunden im ZiMT abarbeiten. Es war zu der Zeit, als das  ZiMT nach Tribuswinkel übersiedelte und es gab eine Menge zu tun. Ich leistet mein Stunden in den Räumlichkeiten, in dem ich putzte, staubsaugte, Gartenarbeiten machte, Folder- und Programme auflegte und vieles mehr. Die Aufgaben machten mir Spaß und ich führte sie mit großer Wertschätzung und Dankbarkeit aus. Ich lernte sehr viel Neues dazu und wuchs an meinen Aufgaben. Die Ausbildung machte mir sehr viel Spaß und ich freute mich auf jedes neue Kurswochenende. Wir hatten eine tolle Ausbildungsgruppe, die in den zwei Jahren der Grundausbildung sehr zusammengewachsen ist. Vor allem gab es immer viel zu lachen. Ende des Jahres 2013 entdeckte ich einen ziemlich großen Knoten in meiner Brust und es stellte sich heraus, dass ich Brustkrebs hatte. Es folgten Operationen, Chemotherapien und schließlich eine beidseitige Mastektomie mit Implantataufbau. Auch in dieser Zeit setzte ich die Ausbildung fort und arbeitete weiter meine Stunden im ZiMT ab. Ich wurde dort sehr durch meine Krankheit getragen und aufgefangen und kann mich nachträglich nur an heitere Stunden während dieser Zeit erinnern. Ohne die Aufgabe, die ich im ZiMT hatte und ohne die Ausbildungsgruppe hätte ich diese Zeit nicht so gut bewältigt. Als meine Wunden gut verheilt waren und meine Haare wieder nachgewachsen waren , konnte ich meine Grundausbildung abschließen. Das war vor drei Jahren, Ende des Jahres 2015. Mittlerweile bin ich Kassierin des Vereins, in der Abschlussphase von Huberts Ausbildung zum Rhythmuspädagogen und –therapeuten, die ich Mitte 2019 abschließen möchte. Ich habe noch eine Tochter bekommen, die mittlerweile 2 Jahre alt ist. Seit drei Jahren arbeitete ich als Erwachsenenbildnerin beim Bfi. Das Konzept von Hubert und Ruth habe ich soweit verinnerlicht, dass ich es wie selbstverständlich in meinem Beruf und Alltag anwende. Ich bin überzeugt davon, dass die beiden damit etwas geschaffen haben, dass die Welt unbedingt braucht – gerade in unserer heutigen Zeit – nämlich ein achtsamer, wertschätzender und vor allem gelassener Umgang mit Menschen in der pädagogischen und therapeutischen Arbeit. Dem Menschen, egal ob Erwachsener, Jugendlicher, Kleinkind, gesund, behindert oder psychisch krank gemäß seinen Fähigkeiten so zu begleiten und unterstützen, dass er für sich das beste Ergebnis erzielen kann. Ich habe gelernt, mich nicht mehr für meine Fehler zu schämen, mich etwas zu trauen, egal, was andere von mir denken, einfach anzufangen, egal, wo es hinführt, etwas zu wagen, zu träumen, Ziele zu verfolgen, den ersten Schritt zu machen, immer wieder aufzustehen, auf Menschen zu zugehen, zu vertrauen, mein Tempo und meine Art zu sein und zu denken zu zulassen und vor allem die anderen so sein zu lassen, wie sie sind. In diesem Sinne bedanke ich mich bei allen, die mit mir diesen Weg gegangen sind und noch weitergehen und euch sagen: „Ihr habt mich bereichert und ohne euch wäre ich nicht die, die ich heute bin!“

Patrizia S. – Praktikantin im ZiMT

ZiMT – Zentrum für Individual Musik und Therapie – das „I“ steht wirklich für Individual.
Angefangen hat es damit, dass ich mir meine Praktikumszeiten aussuchen konnte, was mir mit zwei kleinen Kindern sehr entgegen kam. TUN und lernen in seinem individuellen Tempo ist im ZiMT das einzige Muss. Der Rest besteht aus „DU selbst sein dürfen“.
Was ich im ZiMT lernen durfte geht weit über rhythmische Erfahrungen hinaus. ZiMT und damit Ruth und Hubert Siman zeigten mir, was eine persönliche Lebenseinstellung, eine gelebte Lebensphilosophie bedeuten können.
Schwer fällt es mir teilweise, folgende Erlebnisse zu beschreiben und nicht kitschig dabei zu klingen. Nicht nur der Talentetauschkreis hat sich in den ZiMT-Räumlichkeiten eingemietet. Auch die Simans praktizieren wenn notwendig Tauschhandel. Das sieht dann so aus, dass für manche Musikstunden nicht in Euro sondern in Leistung bezahlt wird, nämlich wenn keine Euro wegen Arbeitslosigkeit etc. da sind. Diese Leistungen können Büroarbeiten sein ebenso wie Gartenarbeiten (gleichzeitig wird die Erdung gefördert, Möglichkeit zu Gesprächen ist nebenbei gegeben – fast eine Therapie). Auch ZiMT-Hausarbeiten sind zu erledigen (Sauberhalten der Räume, Mithelfen bei Veranstaltungen…). Dabei wird man gleichzeitig in die ZiMT/Siman-Familie integriert.
Kostenfrei und sehr zeitintensiv ist die ständige Begleitung von körperlich wie seelisch erkrankten Personen. Ein Anruf ist jederzeit möglich, stundenlange Gespräche, persönlich oder am Telefon finden statt ohne dass viel davon gesprochen wird. Für manche Erkrankungen wird gemeinsam ein passender Therapeut gesucht. Arbeitssuchende werden u.a. begleitet indem mit ihnen Meditationen, Zielfindungen gemacht und Vorstellungsgespräche geübt werden. Im Notfall, ich habe es selbst erlebt, wird kurzfristig Geld geliehen oder auch eine vorübergehende Schlafstätte. Manche Klienten werden von zu Hause abgeholt. Umarmen, Festhalten und Zuhören versteht sich von selbst. Hungrige Kinder nach einem langen Schultag, die noch Schlagzeugstunden haben, werden zuerst gesättigt, Kinder, denen kalt ist, bekommen eine Jacke umgehängt.
Die Preise generell richten sich immer nach den finanziellen Möglichkeiten der Klienten und sind vor allem für Menschen mit besonderen Bedürfnissen niedrig gehalten.
Ich bin stolz, inzwischen Mitglied der ZiMT-Familie zu sein.

 

„Zu Beginn etwas belächelt von den Kids
und dann Feuer und Flamme geworden“ 😉
 Rote Falken aus Wien
Nina Ptacek  

Trommeln ist für mich stets fröhlich, berührend, beruhigend, bereichernd, entladend, heilsam und in der Gruppe natürlich sehr kraftvoll verbindend. Ohne Worte im gemeinsamen Rhythmus schwingen, sich dabei sicher und beschwingt fühlen – wann gelingt das schon so mühelos? Meine intensivste Erfahrung im letzten Trommelseminar mit Ruth und Hubert war der Moment, in dem ich spürte, der Verstand ist im Hintergrund anwesend und der Körper übernimmt, statt wie so oft umgekehrt – ein Gefühl wie ein Orgasmus!

 „Lieber Hubert, liebes ZiMT!
Mit dem Zimt habt ihr einen Ort geschaffen wo man so richtig auftanken und glücklich sein kann…wo man sich besser spürt und wachsen kann und all das in einer großartigen Atmosphäre…
Ihr seid viele Jahre schon ein fester Bestandteil im Leben meines Sohnes und wir hoffen auf viele weitere…“
Jenny Zeilinger –
Mutter eines mehrfach behinderten Sohnes